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Hyperhidrose - mehr als nur Schwitzen

 

Schwitzen ist für den menschlichen Körper lebenswichtig.
Wenn der Körper schwitzt, reguliert er die Körpertemperatur, kühlt die Haut und den Körper.
Schwitzen empfinden wir als normal, wenn auch als unangenehm.
Übermäßiges Schwitzen ist lästig und manchmal auch peinlich. Wer kennt das nicht, man muss eine Hand schütteln und die Innenfläche der Hand ist schweißnass. Im Sommer zeichnet sich der Achselschweiß am Hemd oder T-Shirt ab und bildet häßliche Schwitzflecken. Starkes Schwitzen kann viele Ursachen haben. Aufregung oder Nervosität, Hitzewallungen in den Wechseljahren oder übermäßige Anstrengung. Starkes Schwitzen kann aber auch krankhaft sein. Ungefähr zwei Prozent alle Deutschen leiden unter Hyperhidrose, krankhafter Schweißabsonderung.
Bei Hyperhidrose sondert der Körper zu jeder Tag- und Nachtzeit, unabhängig von der Jahreszeit oder den äußeren Umständen Schweiß in großen Mengen ab.
Ärzte sprechen von Hyperhidrose, wenn ein Patient innerhalb von ca. fünf Minuten bis zu 100 mg Schweiß in den Achselhöhlen absondert. Bei diesem krankhaften Schwitzen sind zu 60% die Handinnenflächen und die Fußsohlen betroffen, 40% entfallen auf die Achselhöhlen und 10% auf die Kopffläche, insbesondere auf die Stirn.
Rücken, Brust und Bauch sind selten betroffen.
Über die Ursache von Hyperhidrose streiten sich die Experten. Einige vertreten die Ansicht, Hyperhidrose wird durch eine Schliddrüsenüberfunktion ausgelöst, andere meinen eine seltene Hormonstörung sei daran Schuld. Heilpraktiker sehen eine Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und chronischen Infekten und Hyperhidrose.
Die meisten Betroffenen sehen in dieser Krankheit eine Abwertung ihres privaten und öffentlichen Lebens. Niemand möchte ständig Kleidung zum wechseln mitnehmen, weil der Pullover oder die Bluse nach kurzer Zeit durchgeschwitzt sind oder jede Nacht die Bettwäsche wechseln.
Eine Schweißdrüsenabsaugung kann auf Dauer Abhilfe schaffen. Bei einer Schweißdrüsenabsaugung werden im Achselbereich die lokalen Schweißdrüsen durch Absaugen entfernt. Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt und hat eine Erfolgsquote von 80%. Bei einigen Patienten läßt die Wirkung nach einigen Jahren nach, da die Nervenenden erneut die Schweißdrüsen erreichen und diese wieder damit beginnen übermäßig starken Schweiß abzusondern.
Eine andere Möglichkeit der Hyperhidrose entgegen zu wirken, ist die Behandlung mit Botulinumtoxin, bekannter unter dem Namen Botox. Dieses Nervengift wird in einer sehr stark verdünnten Form in die betroffenen Hautpartien gespritzt und verhindert dann die Produktion von Schweiß. Es kann nur bei örtlicher Hyperhidrose angewandt werden und die Wirkung läßt bereits nach einem halben Jahr wieder nach.
Tabletten und Salben helfen nur bedingt. Es gibt verschiedene Medikamente die Hyperhidrose zwar reduzieren, aber nicht ganz beseitigen.
Noch vor einigen Jahren war das völlige Entfernen der Schweißdrüsen eine sehr beliebte Methode, die heute nicht mehr angewandt wird.

 

 

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